Liebe Gäste aus Deutschland und Österreich,
herzlich Willkommen in Antwerpen.
LIEBER GAST UND GASTHERR
Zusätzlich zu dieser Webseite und einem herzlichen Willkommen in unseren Kirchen möchten wir Antwerpener unsere Besucher aus Deutschland oder Österreich und der Schweiz auch mit einer kleinen Broschüre in unserer Stadt besonders herzlich willkommen heißen.
Der tiefchristliche Sinn für Gastfreundschaft veranlaßt uns, Sie als unsere Besucher nicht einfach als anonyme „Touristen“ zu betrachten, sondern Sie wirklich als unsere persönlichen Gäste zu empfangen. Bevor wir dem ‚Touristen‘ mit ‚unserer‘ Geschichte, ‚unseren‘ Denkmälern und ‚unserer‘ Ausstrahlung zu imponieren versuchen, möchten wir – so wie es von einem Gastherrn erwartet werden darf – die Aufmerksamkeit auf unseren Gast selbst richten. Wie bei einem Treffen von Freunden, die sich lange nicht gesehen haben, möchten wir unsere gemeinsamen Erfahrungen im Laufe der Geschichte in Erinnerung bringen und so die gegenseitigen Bindungen aufleben lassen.
Im ersten Kapitel ‘Was verbindet uns mit einander?‘ wollen wir zeigen, welche Bindungen im Laufe der Zeiten zwischen Ihrem Land und unserer Stadt gewachsen sind. Eben durch diesen Vergleich wird deutlich, wie sehr Sie als Besucher und wir als die Gastherren miteinander verwandt sind. Und Sie werden sehen, daß unsere Beziehungen auf jeden Fall enger sind, als wir vermuteten… Auf diese Weise wollen wir über die beschränkten Nationalgrenzen hinweg die allgemeine Verwandtschaft zwischen den europäischen Völkern unterstreichen und verstärken, besonders natürlich die zwischen Ihrem Land und unserer Stadt. Unsere europäische Geschichte zeigt den Lebenslauf einer Anzahl von Völkern, die zusammen aufgewachsen sind, „in guten und in bösen Tagen“. Die gemeinsame Erfahrung der großen Geschichte auf dem Gebiet der Politik, der Wirtschaft, der sozialen und kulturellen Entwicklung möchten wir hier wiedergeben. In einer chronologischen Übersicht aller dieser verschiedenen Dimensionen des Lebens ist der Blickpunkt immer ein zweifacher. Was haben wir Antwerpener der Kultur unseres Besuchers zu verdanken, und was hat unser Besucher seinerseits Antwerpen zu verdanken?
Das zweite Kapitel, ‘Unsere Stadt: Ihre Stadt‘ begleitet Sie auf Ihrem Gang durch die Stadt, um vor allem die Anknüpfungspunkte mit Ihrem Land ins rechte Licht zu setzen. Anhand der Denkmäler und Sehenswürdigkeiten tritt hierbei selbstverständlich „la petite histoire“ (die intime Geschichte) zwischen Deutschen und Antwerpenern zu Tage. Durch die großen Linien der Kulturgeschichte hindurch, versuchen wir hierbei unser historisches Tagebuch zum Leben zu erwecken, indem wir ein Bild des lebendigen Kontakts zwischen einzelnen Bürgern und Besuchern aufzeigen. Kleine Details sind oft am besten geeignet, zu illustrieren, wie Menschen im täglichen Leben miteinander umgehen. Hinter solchen nüchternen Fakten z. B. einer Übernachtung in einem bestimmten Gasthaus, können wir nur eine tiefere Begegnung vermuten und erhoffen. Wenn doch die Steine (die noch davon übrig sind) reden könnten…
So wollen wir zeigen, daß Antwerpen nicht nur ein bißchen ‘dänisch‘, ‚englisch‘, ‘französisch‘, ‘griechisch‘, ‘irisch‘, ‘italienisch‘, ‘luxemburgisch‘, ‘niederländisch‘, ‘norwegisch‘, ‘polnisch‘, ‘portugiesisch‘, ‘russisch‘, ‘spanisch‘, und ’schwedisch‘, sondern auch ein bisschen ‘deutsch‘ oder ‘österreichisch‘ ist, und daß andererseits diese Länder und das Ihre auch ein bißchen ‘antwerpenerisch‘ sind: ein kulturelles Europa ohne Grenzen!
Aus der gleichen Inspiration heraus möchten wir als Christen auf originelle Weise dem modernen Tourismus eine neue Dimension verleihen: durch diese Form der ‚Gastfreundschaft‘, welche die gemein-samen Erfahrungen von Gast und Gastherrn ans Licht bringt. ‘Antwerpen, Kulturhauptstadt Europas 1993′ war für uns die passende Gelegenheit, diese Initiative zu ergreifen. So möchten wir den Besucher (und auch die Antwerpener) dazu bringen, unsere eigene europäische Kultur besser kennenzulernen, und die enge Verwandtschaft der Völker zu entdecken. Und hoffentlich wird dies zur vollen Wahrheit, wenn Sie den Antwerpenern ‘live‘ begegnen und vielleicht als Gast in ihren häuslichen Kreis aufgenommen werden.
So hoffen wir dank dieser Broschüre das heilige Ziel der Gastfreundschaft zu erreichen: daß Sie sich als unser Gast zu Hause fühlen in der Stadt Antwerpen, die uns allen gehört.
Rudi Mannaerts, Priester
Dieses handliche Büchlein in Taschenformat ist im Laden der Kathedrale in Antwerpen für den Preis von 3,00€ zu erhalten.
